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Volkskrankheit Osteoporose
Osteoporose ist inzwischen eine regelrechte Volkskrankheit geworden. In
Deutschland leiden schätzungsweise zwischen fünf und sieben Millionen
Menschen an Osteoporose - auch Knochenschwund genannt, wovon zwei Drittel
davon Frauen sind.
Wissenschaftler rechnen mit einer Verdoppelung dieser Erkrankung allein in
den nächsten 40 Jahren. Die Osteoporose wird in den meisten Fällen viel zu
spät erkannt, da sie auch erst im fortgeschrittenen Stadium durch Röntgen
sichtbar wird. Rechtzeitig diagnostiziert werden könnte die Osteoporose
durch die so genannte Knochendichtemessung beim Orthopäden, Radiologen,
Gynäkologen u.a., die über ein entsprechendes Gerät zur Früherkennung
verfügen. Die seit dem 1. April 2000 dafür anfallenden Kosten von ca. 50 EUR
übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen leider nicht mehr.
Wird Osteoporose festgestellt, ordnet der Arzt vor allem bei Frauen meist
eine Hormonersatztherapie mit Östrogenen an. Alternativ kann auch eine
Behandlung mit sog. Bisphosphonaten erfolgen. Zur weiteren Vorbeugung
empfehlen Experten, täglich rund 1000 Milligramm Kalzium zu sich zu nehmen.
Enthalten ist eine solche Menge etwa in einem Liter Milch oder in zwei
Scheiben Hartkäse. Kalziumreich ist u.a. auch grünes Gemüse.
Wichtige Helfer bei der Kalziumaufnahme durch die Knochen sind das Vitamin D
(D3) sowie ausreichende Bewegung.
Es ist übrigens die Osteoporose und
nicht die Osteoperose.
Wie entsteht Osteoporose?
In Deutschland leiden etwa vier bis sechs Millionen Menschen an Osteoporose.
Am häufigsten betroffen sind zwar Frauen in den Wechseljahren, doch im Alter
über 70 Jahren nimmt die Osteoporose bei beiden Geschlechtern stetig zu.
Das Knochenwachstum ist zwar zum Ende der Pubertät abgeschlossen, aber in
den Knochen vollziehen sich zeitlebens Abbau-, Auf- und Umbauvorgänge.
Zwischen dem 35 und 45. Lebensjahr setzt ein natürlicher Abbau der
Knochenmasse ein. "Dieser Abbau beträgt ein bis eineinhalb Prozent
jährlich. Bei der Osteoporose ist er jedoch krankhaft erhöht", so Ärztin
Marnach.
Ein krankhaft veränderter Knochenstoffwechsel kann viele Ursachen haben.
Erbliche Anlagen sind von Bedeutung. Ebenso ist bekannt, dass eine
unzureichende Versorgung mit Calcium- und Vitamin D sowie der Mangel der
Geschlechtshormone, Östrogen (weiblich) und Testosteron (männlich), zur
Osteoporose führen können.
Fehlende Bewegung fördert Abbau
Auch körperliche Inaktivität hat einen Abbau der Knochen zur Folge. Weitere
Ursachen sind zum Beispiel auch die langjährige Einnahme von Cortison,
Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, der Schilddrüse und des Darms.
"Die frühzeitige Diagnose von Osteoporose ist nicht einfach, da sich die
Krankheit schleichend entwickelt", so Dr. Barbara Marnach. Erst nach
vielen Jahren sind die Folgen des Abbauprozesses spürbar und sichtbar:
Ständige, stechende oder ziehende Rücken- und Knochenschmerzen und eine
veränderte Körperhaltung mit einem charakteristischen Rundrücken und
Kugelbauch.
Die Knochendichtemessung sei kein geeignetes Verfahren zur Diagnose
behandlungsbedürftiger Osteoporose, sagt die Ärztin. Ihr medizinischer
Nutzen sei bisher wissenschaftlich nicht erwiesen.
Stark beansprucht
Es entwickelt sich eine Neigung zu gefährlichen Knochenbrüchen. "Dabei
sind vor allem die Knochen der Wirbelkörper und der Gelenkköpfe am Oberarm
oder Oberschenkel betroffen, denn sie sind besonders hohen mechanischen
Belastungen ausgesetzt", so AOK-Expertin Marnach.
Damit eine fortschreitende Osteoporose frühzeitig erkannt wird, müssen
gefährdete Patienten über die Krankheit aufgeklärt werden und sich gut
selbst beobachten, so Medizinerin Marnach weiter. Eine besondere Rolle
spielt daher die Vorbeugung der Erkrankung.
Vorbeugung tut not
"Wer Osteoporose vorbeugen möchte, muss bereits in jungen Jahren damit
beginnen – und zwar durch ausreichende Bewegung und richtige Ernährung",
so Ärztin Barbara Marnach. Viel Bewegung wie Rad fahren, Schwimmen,
Gymnastik und schnelles Gehen stärkt Muskeln und Knochen. Calcium
unterstützt die Knochenfestigkeit.
Ein Calcium- und Vitamin-D-Mangel in jungen Jahren kann im Alter zu
Osteoporose führen. Um vorzubeugen, benötigt der Körper täglich ungefähr
1000 Milligramm Calcium. Diese Menge entspricht zum Beispiel einem Liter
Milch oder zwei Scheiben Hartkäse. Ebenfalls calciumreich sind grünes Gemüse
wie Fenchel, Grünkohl oder Brokkoli, Obst, Kräuter und Nüsse.
Phosphatreiche Lebensmittel meiden
Wahre Calcium-Killer sind dagegen Alkohol, Koffein und phosphatreiche
Lebensmittel wie Fleisch, Wurstwaren oder Süßigkeiten. Daher sollten sie
nicht übermäßig verzehrt werden.
"Damit der Knochen Calcium aufnehmen kann, braucht er Vitamin D. Fisch
ist ein Hauptlieferant dieses Vitamins", sagt Dr. Marnach. Das Vitamin
bildet sich im Körper aber auch durch Sonneneinstrahlung. So beugen
regelmäßige Spaziergänge dem Mangel an Vitamin D vor.
"Auch wenn durch Osteoporose schon über Jahre sehr viel Knochensubstanz
verloren gegangen ist, kann eine geeignete Therapie nicht nur helfen, die
Krankheit zum Stillstand zu bringen, sondern auch verloren gegangene
Substanz wieder aufbauen", erklärt AOK-Expertin Barbara Marnach.
Osteoporose kann nach Absprache mit dem Arzt durch Medikamente, geeignete
Bewegung sowie calciumreiche Ernährung (Milch, Milchprodukte, Fisch)
behandelt werden.
Quelle: Presseservice Gesundheit
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